PRESSEARTIKEL

Bei Einbrüchen in NRW

werden die Diebe immer jünger. Sie sind oft nicht älter als 13 Jahre und gehören immer mehr zu verbrecherischen Clans aus Südosteuropa. Dort wird ihnen gezeigt, wie Fenster und Türen nahezu lautlos geknackt werden, wie man selbst tagsüber unauffällig durch gehobene Wohnviertel streift und bei einer Festnahme aufgrund des Alters schnellstmöglich wieder auf freien Fuß gesetzt wird.

Schlimmer noch, als die gestohlenen Wertgegenstände und ein verwüsteter Tatort, sind die zerstörten Seelen der Opfer danach.  „Bei Wohnungseinbrüchen ist die Traumatisierung der Opfer durch die Tat oft noch viel schlimmer einzuschätzen als der materielle Schaden“, sagt GdP-Führungsmitglied Wolfgang Spies, „und zu der Traumatisierung kommt dann auch oft noch die Erfahrung, dass der Täter entweder gar nicht gefasst oder das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt wird.“

Die Bevölkerung soll selbst vorsorgen

Das NRW-Innenministerium möchte künftig Tatortspuren weitaus effektiver und mit mehr Personal sichern. Zudem gehört zum Maßnahmenkatalog die intensivierte Fahndung nach Diebesgut im Internet oder auch eine verstärkte Kontrolle von Trödelmärkten und anderen An- und Verkaufsplattformen, merkt Landeskriminaldirektor Schürmann dazu an.

Im Endeffekt allerdings läuft es darauf hinaus, dass die Bevölkerung selbst vorsorgen muss, in dem Türen und Fenster vom Fachmann einbruchgesichert werden müssen, denn die Personalstärke der Polizei wird auch zukünftig nicht ausreichen, um der Flut an Einbrüchen Einhalt zu bieten.

Quelle: FOCUS – März 2018